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Kupfer-Beryllium

Anwendung und Eigenschaften

Die umfassenden Einsatzmöglichkeiten von Kupfer-Beryllium ergeben sich aus seinen einzigartigen Leistungsmerkmalen:

  • Hervorragende Federeigenschaften
  • Festigkeit
  • Biegewechselfestigkeit
  • hohe Leitfähigkeit
  • Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, wie Ozon, Kernstrahlung und Licht, ebenfalls gegenüber Lösungsmitteln und Korrosion

Kupfer-Beryllium ist darüber hinaus in einem großen Temperaturbereich anwendbar sowie nicht brennbar, nicht entflammbar und nicht ausgasend. Weiterhin ist es bei entsprechender Anwendung selbstreinigend, z.B. beim Einsatz als Türschirmung beim Öffnen und Schließen der Tür.

Aus Kupfer-Beryllium hergestellte Federn finden einen breiten Anwendungsbereich in der HF-Technik, Meß- und  Regelungstechnik, Kernphysik, Luft- und Raumfahrt und dem gesamten Bereich der elektronischen Datenverarbeitung.

Kontaktfedern aus Kupfer-Beryllium können eingesetzt werden, um einen Spalt zwischen zwei Flächen zu schließen. Sie überbrücken dabei sowohl den kleinsten, als auch den größten Spalt. Die Auswahl der Federn ergibt sich aus dem speziellen Anwendungsfall und der Befestigungsmethode. Die einfachste Art der Befestigung ist das Aufstecken, wobei die Kontaktfeder mit einer T-Lanze oder einer D-Lanze zusätzlich versehen werden kann. Eine weitere Methode sind Montagelöcher zum Schrauben und Nieten.

Ferner eignen sich die Federn auch zum Weichlöten; hierbei ist eine galvanische Verzinnung empfehlenswert. Hartlötungen sind nur bei ungehärteten Federn möglich. Genaue Informationen können bei Bedarf erteilt werden.

Kupfer-Beryllium läßt sich im Kondensatoren-Punktschweiß-Verfahren oder im Vakuum-Elektronenstrahl-Verfahren schweißen. Auch bei diesen Verfahren lassen sich individuelle Kundenwünsche realisieren.

Liefervarianten

Materialgehärtet oder ungehärtet
Oberflächeblank, verzinnt, vergoldet, versilbert, vernickelt, andere Oberflächen auf Kundenwunsch

Materialdatenblatt

Kupfer-Beryllium CuBe2

Physikalische Eigenschaften 
Spezifisches Gewicht8,4 g/cm3
Schmelzbeginn900 °C
Ausdehnungskoeffizient (20-200°C)17x10 -6/°K
Wärmeleitfähigkeit92 – 125  W/mK
Härte350-430 HV
Zugfestigkeit12.00-1.450 N/mm2
Streckgrenze960-1210 N/mm2
Biegewechselfestigkeit bei 108 Lastspielen250-290 N/mm2
Elastizitätsmodul135.000 N/mm2
Torsionsmodul47.000 N/mm2
Federbiegegrenze820-950 N/mm2
Elektrische Leitfähigkeit12,5-13 m/ Ωm

Klebefilm

Auf Wunsch können Kontaktfedern auch mit einem nichtleitenden Klebefilm geliefert werden. Ohne gesonderte Vereinbarung wird ein Klebefilm verwendet, welcher bis zu +80 Grad Celsius eingesetzt werden kann.

Wir setzen hierbei auf Markenqualität von TESA. Eingesetzt wird das doppelseitige Klebeband 'tesafix® 4962' bestehend aus einem Vliesträger und modifizierter Acrylatklebmasse. Mehr Informationen und Produkteigenschaften erhalten Sie auf Anfrage sowie auf der Herstellerseite. Mehr lesen

Sicherheit

EU-Richtlinie 2002/95/EG, Logo

Kupfer-Beryllium ist sicher!

Kupfer-Beryllium bietet den Konstrukteuren von Kontaktelementen in Baugruppen von Elektro- und Elektronikgeräten eine einzigartige Kombination an Eigenschaften. Sie sind die hochwertigsten Kontaktwerkstoffe insbesondere für Kontaktelemente, die hervorragende elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitiger hoher mechanischer Festigkeit aufweisen müssen - im Besonderen wenn weitere Miniaturisierung gefordert ist.

Bei einigen Anwendern bestehen jedoch immer noch Bedenken gegen den Einsatz von Kupfer-Beryllium, da man glaubt, dass es durch die neuen EU-Richtlinien zu Verwendungsbeschränkungen oder gar zu einem Verwendungsverbot kommt und diese Werkstoffgruppe als gesundheitsgefährdend eingestuft wird. Eine objektive und sachliche Bewertung der Fakten zeigt jedoch, dass dies nicht der Fall ist.

Allgemein ist bekannt, dass Beryllium nur wenn es in der Atemluft in Form feinster Stäube oder Gase vorhanden ist, über die Atemwege aufgenommen wird und hier die Atemwege und Lunge schädigen kann. Die heutige verwendeten technischen Kupfer-Beryllium – Legierungen enthalten nur mehr 0,4 bis 2% Beryllium, so dass allein hierdurch die Gefahr deutlich herabgesetzt ist. Nur die Operationen Feinschleifen, Schweißen und Schmelzen erzeugen möglicherweise lungengängige Partikel, diese sollten daher nur unter Verwendung einer Absaugung oder Abkapselung erfolgen.

In Deutschland wurden seit 1981 vom Ausschuss für gefährliche Arbeitsstoffe (AgA) beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung folgende „Technische Richtlinienkonzentrationen“ (TRK-Werte) aufgestellt.

  • Schleifoperationen maximal 5 µg / 1m³ Luft
  • Alle übrigen Operationen maximal 2 µg / 1m³ Luft

Diese Werte beziehen sich auf den Beryllium-Gehalt im Gesamtstaub.

Alle anderen Operationen wie z. B. Bohren, Drehen oder Fräsen werden unter Verwendung von Kühlmittel als ungefährlich angesehen. Eine Aufnahme von Beryllium über die Haut ist medizinisch ausgeschlossen und die bloße Berührung harmlos.
Kupfer-Beryllium ist nicht als umweltgefährdend eingestuft, US-Feldstudien haben gezeigt, dass Beryllium kein Material von umweltrelevanter Bedeutung ist. Dieses Ergebnis wird durch unabhängige Laborversuche innerhalb der EU gestützt. Kupfer-Beryllium, das maximal 2% Beryllium in der Legierung enthält, ist stabil, inert und hat keinerlei nachweisbare negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Für die Bauelemente- und Gerätehersteller ist die Entwicklung der EU-Gesetzgebung von großer Bedeutung. Regelt dieses doch die Verantwortung für die durch die über den Lebenszyklus der Produkte hervorgerufene Umweltbelastung. Kupfer-Beryllium ist hierbei ein unproblematischer Werkstoff, da es sehr gut recycle fähig ist und die Umwelt nicht gefährdet.
Nach Bewertung der hier aufgeführten Fakten wurden in Januar 2003 Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates verabschiedet.

  • Richtlinie 2002/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten
  • Richtlinie 2002/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 über Elektro- und Elektronik-Geräte
  • Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge und die Entscheidung 2002/525/EG der Kommission vom 27. Juni 2002 zur Änderung des Anhanges II der Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Altfahrzeuge

Die Fakten für Kupfer-Beryllium in diesen Richtlinien sind:

  • Keine Angaben über Beschränkungen von Kupfer-Beryllium
  • Keine zu erwartenden Beschränkungen, Begrenzungen oder gar ein Verbot für Kupfer-Beryllium-Legierungen

Darüber hinaus verweisen wir auf die Verbände wie der VDA (Verband der Automobilindustrie e. V.) und das IMDS (International Material Data System). Diese empfehlen in ihren veröffentlichten Materialrichtlinien (Deklarations- und Vermeidungslisten) den weiteren Einsatz von Kupfer-Beryllium.

Zusätzliche Informationen zu den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates, die entsprechenden Auszüge aus den VDA-Listen oder Sicherheitsdatenblatt senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.
 

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